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Avatar von Sandra Wriedt

Hallo Christoph,

meine Mittagspause habe ich dem ersten Teil deiner Reihe gewidmet. Sehr spannendes Thema und sehr strukturiert aufbereitet.

Mein erster Gedanke beim Lesen war tatsächlich, wie viele zusätzliche Annahmen in den naturwissenschaftlichen Einwänden gegen den freien Willen stecken. Das Libet-Experiment etwa zeigt zunächst einmal, dass Hirnaktivität dem Bewusstwerden einer Entscheidung vorausgeht. Der Schritt von dort zu „es gibt keinen freien Willen“ scheint mir bereits eine philosophische Interpretation zu sein und nicht mehr reine Neurobiologie.

Ähnlich bei Hossenfelder: Auch dort hatte ich den Eindruck, dass bestimmte Annahmen über das Verhältnis von Materiellem und Immateriellem bereits vorausgesetzt werden.

An deinen eigenen Ausführungen bin ich dann vor allem an einem Satz hängen geblieben:

„Meine Entscheidung ist frei, wenn ich sie treffe, weil ich so bin wie ich bin.“

Ich vermute, dass die weiteren Teile der Reihe genau dort ansetzen werden. Denn an diesem „so wie ich bin“ scheint mir letztlich alles zu hängen.

Insofern hat mich Teil I vor allem auf die Frage zurückgeworfen, welche Annahmen wir eigentlich mitbringen, wenn wir über Willensfreiheit sprechen.

Ich lese die Tage Teil II. 😊

Avatar von Simon Brunner

Ein sehr spannender Artikel; das Thema Willensfreiheit finde ich sehr interessant. Ich selbst zähle mich auch eher zu den Skeptikern einer Willensfreiheit.

Ich hätte eine Frage (ich habe die Fortsetzung noch nicht gelesen, falls meine Frage dort beantwortet wird muss ich mich entschuldigen):

In dem Artikel stellst du die Frage, ob Midjourney einen freien Willen hat. Ich persönlich würde die Frage mit "Nein" beantworten, doch legt das Ende deines Artikels für mein Verständnis nahe, dass du diese Frage mit "Ja" beantworten würdest? Sehe ich das richtig, und falls nicht - was unterscheidet Midjourney von einem Menschen, außer dass sein Körper aus Metall und Elektronik besteht statt Fleisch und Blut?

Darauf aufbauend, eine weitere Frage: Midjourney ist Code, der auf einem Computer ausgeführt wird. Im Grunde genommen könnte man diesen Code, statt ihn auf einem Computer auszuführen, auch mit Stift und Papier berechnen - auch wenn das natürlich unglaublich lange dauern würde. Wäre es für dich freier Wille, wenn ich die Antwort auf einen Midjourney-Prompt mit Stift und Papier ausrechne? Wie würde es aussehen, wenn ich ein menschliches Gehirn mit Stift und Papier simulieren würde - hätten dann Stift und Papier aus deiner Sicht freien Willen?

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